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Alle Kinder lernen lesen

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Es ist erschreckend, wenn man feststellt, dass selbst in der 6. Klasse einige Kinder nicht einmal alle Buchstaben benennen können. Man findet in jeder Stufe die unterschiedlichsten Leselevel, die dadurch entstehen, dass meistens in der großen Gruppe unterrichtet wird und die schlechten Leser und langsamen Lerner untergehen. Daher hat unser School-Support-Team dieses Jahr unter Heikes Leitung an den Schulen in Waya und Kaputula einen starken Fokus auf die Lese- und Schreibkenntnisse der Schüler gesetzt.

Angefangen haben wir damit, die Kinder einzeln zu prüfen und einzustufen (s. Galerie, Bild 1). Anschließend hat Heike an beiden Schulen einen Lehrerworkshop organisiert, um den Lehrern das vor drei Jahren entwickelte Lesekonzept und praktische Übungen zu erklären (s. Galerie, Bild 2). Ein sehr wichtiger Teil war die Vorstellung einer Buchstabentabelle des Bemba Alphabets. In jedem Klassenraum haben wir ein Exemplar aufhängen lassen und die Lehrer gebeten, diese mit den Kindern zu üben.
Seitdem leiten sechs der Kurzzeitler an den Schulen Lesegruppen, von welchen eine Kurzzeitlerin hier ein wenig berichtet:

Zu Beginn haben wir uns jeder auf eine Klasse fokussiert und uns durch Hinzusetzen im Unterricht einen Überblick über das Niveau der Klasse verschafft. Ich hab an beiden Schulen die Drittklässler übernommen. Zusammen mit den Lehrern habe ich nach und nach Lesegruppen aus jeweils vier bis sechs Kindern erstellt, deren Leseniveau auf einem ähnlichen Level ist.
Zwei Vormittage der Woche sind wir in Waya, zwei andere in Kaputula. Nacheinander hole ich dann meistens drei Gruppen aus dem Unterricht und übe jeweils etwa 30 Min. mit ihnen Lesen. Dabei gibt es Gruppen mit denen ich nur die Buchstaben oder ihren Namen zu schreiben übe. Ich gehe dann zum Beispiel die Buchstabentabelle durch, lasse Buchstaben kleinen Bildchen zuordnen oder Buchstabenkärtchen ziehen. In anderen Gruppen bekommen die Kinder schon Silbenkärtchen, die sie vorlesen und anschließend gemeinsam spielerisch zu Worten zusammenlegen können. Sobald das Silbenlesen klappt, lese ich mit den Kindern Buchstabe für Buchstabe einzelne Bemba Worte. Oft fordert das Lesen mit den Kindern große Geduld. Besonders dann, wenn man merkt, dass man einigen Schülern Woche für Woche immer wieder das Gleiche beibringt. Es ist jedoch sehr bewegend zu sehen, wie dankbar viele sind und wie sehr sie wirklich lesen wollen und sich um Verbesserung bemühen. Es gibt auch doch immer wieder Erfolgsmomente, wenn ein Kind, das am Anfang zum Beispiel kaum Buchstaben kannte, einen Zettel mit einem Wort auf Bemba in der Hand hält, das Wort stückchenweise vorliest, am Ende versteht und einem dann stolz mit leuchtenden Augen nennt und unter die Nase hält. In solchen Momenten erinnere ich mich wieder, wofür ich arbeite, dass es sich wirklich lohnt und das Leben der Kinder wirklich verbessern wird.

Bericht von Tabea Russo

Mehr zu dem Thema (und allgemein zu vielen weiteren Abläufen hier in Sambia) findet ihr auch auf Heikes privatem Blog: https://www.klisambia.de/?p=2332

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