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Post aus Berlin

Kategorien: Kurzzeitler berichten,Spenden,Waya

Bericht von unserer Kurzzeitlerin Tabea Russo über einen Briefaustausch zwischen einer sambischen und einer deutschen Klasse:

„Tabi? Was steht hier?“ – „Da steht Berlin“, erklärte ich lächelnd, „Das ist eine Stadt in Deutschland“. Das vor mir stehende Kind las langsam stückchenweise den ganzen Satz vor: „Here in Berlin we also had snow this winter!“. Grinsend lief es mit seinem Brief in der Hand zurück zu seinem Platz und las konzentriert weiter. Alle 51 Kinder um es herum – die Schüler*innen der 6. Klasse der Life Trust Schule Waya – hatten ebenfalls einen Brief in der Hand. Geschrieben wurden diese Briefe von der Klasse 4d der Stechlinsee-Grundschule in Berlin.

Ende März hatte deren Klassenlehrerin C. Russo mich, ihre Tochter Tabea und Kurzzeitlerin bei Life Trust, hier in Sambia besucht. Meine Mutter verbrachte mehrere Unterrichtsstunden in der 6. Klasse, in denen sie sich, Deutschland und ihre Klasse vorstellte, die Briefe an die Klasse übergab und zusammen mit deren Lehrerin Doris half Antwortbriefe zu verfassen.
Bunte Briefumschläge, ein persönlicher Brief mit ihrem Namen und Zeilen aus einem Land beinahe außerhalb ihrer Vorstellungen, welches wir ihnen auf einer Weltkarte zeigten: Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse waren voller Aufregung und zeigten sich fröhlich die Fotos ihrer Brieffreunde, die diese mit in den Briefumschlag gelegt hatten.
Überraschend für uns war ihre Frage, ob sie die Briefe und die Fotos behalten dürften. Als wir dieses natürlich bestätigten, brachen sie in Jubel aus. Das schien für sie sehr besonders zu sein. Die Kinder wunderten sich jedoch zum Beispiel über den erwähnten Schnee oder das Nennen von Hunden als Lieblingstiere, die hier in Sambia eher als angsteinflößende Wachhunde bekannt sind.

Es war bewegend zu beobachten, mit wieviel Herz und Motivation sie mithilfe einiger Beispielsätze ihre Antwortbriefe schrieben. Sie beantworteten die Fragen der deutschen Kinder über ihre Familien, Lieblingsfarben und –essen und die Tiere in Sambia. Außerdem nutzten sie die von der deutschen Klasse gesammelten und mitgebrachten Buntstifte, um aus ihren Briefen wahre Kunstwerke zu schaffen, gefüllt mit bunten Tieren, Flaggen und Sonnenuntergängen.
Unsere sambischen Schüler haben die deutschen Kinder nicht selten als „my new best friend“ angesprochen oder die Briefe mit „I love you so much!“ beendet. Die Klasse in Deutschland wird sich über die Post und die Bilder aus Afrika freuen. Was für eine besondere Aktion! Ich fand es bewegend zu sehen, wie sie die Kinder tausende Kilometer voneinander entfernt miteinander verbindet!


 

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