Sambia

 

Das Land Sambia ist geformt wie ein Fötus und wird auf Grund seiner zentralen Lage im südlichen Afrika auch „Herz von Afrika“ genannt. Der Name leitet sich vom Fluss Sambesi ab, der im Norden des Landes entspringt, sich durch den ganzen Westen zieht und in den Indischen Ozean mündet. Er bildet gleichzeitig die südliche Grenze Sambias zu den Staaten Namibia, Botswana und Simbabwe.

 

Da Sambia auf einem von tiefen Tälern und Senken umringten, 1000m hohen Plateau liegt, gibt es im Land zahllose Wasserfälle. Die größten, sehr beeindruckenden und bekanntesten sind die Victoriafälle bei Livingstone im Süden des Landes. Sie gehören seit 1989 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Die Einheimischen nennen ihren Wasserfall Mosi-oa-Tunya („donnernder Rauch“). Einmal da gewesen, versteht man auch warum: Die Wassermassen ergießen sich in ohrenbetäubendem Lärm auf 1708m Breite in eine 110m tiefe und 50m breite Schlucht mit steilen Felswänden. Dabei steigt ein Wasser-Sprühnebel bis zu 300m in die Höhe, der bei gutem Wetter 30km weit sichtbar ist. Durch diese Feuchtigkeit ist rund um die Victoriafälle ein wunderschöner Regenwald entstanden, über dem sich farbenprächtige Regenbogen entwickeln. Zum Ende der Trockenzeit im September und Oktober bleiben von diesen tosenden Wassermengen nur noch wenige Rinnsale übrig.

Sambia hat ein mildes tropisches Klima, das aus drei Jahreszeiten besteht:

  • Mai bis September kühle Trockenzeit zwischen 15 und 27°C, dabei kann es sich im Juni / Juli tagsüber bis auf 10°C und nachts auf 4°C abkühlen
  • Oktober und November heiße Trockenzeit zwischen 24 und 38°C
  • Dezember bis April heiße, schwüle Regenzeit mit heftigen, tropischen Stürmen und einer Durchschnittstemperatur von 27 – 38°C

Im Land gibt es 72 verschiedene Sprachen und Dialekte (die Lautsprache Bemba ist mit 36% die verbreitetste). Obwohl Sambia seit 1964 von England unabhängig ist, ist die Amtssprache weiterhin Englisch.

Seit 1991 wurde es als christliches Land mit Religionsfreiheit eingestuft. Dabei verstehen sich 50% der Bevölkerung als Christen (davon 60% katholisch, 20% Protestanten, 20% Freikirchen). Von der Umsetzung der biblischen Werte ist im Alltag jedoch oftmals nur wenig sichtbar.
Des Weiteren gibt es einige Naturreligionen, Hindus und Muslime, wobei ein wachsender Einfluss des Islam im Norden und Osten des Landes verzeichnet wird.

In der Hauptstadt Lusaka finden sich inzwischen viele westliche „Einschläge“. Wenn man sich in einem der sechs Einkaufszentren aufhält, fühlt man sich fast wie in Europa: Alles ist modern und mit Glas und Fliesen verarbeitet, die vielen Shops verkaufen einige importierte Produkte und es gibt jede Menge Restaurants. Dieser „Reichtum“ lockt viele ländliche Bewohner an, um Arbeit zu finden. So ist die Einwohnerzahl Lusakas in den letzten zehn Jahren von knapp 2 Mio. auf inzwischen über 3 Mio. gewachsen. Dieser rasante Bevölkerungsanstieg ist zu einem echten Problem geworden – neben den reicheren Menschen gibt es unzählige Armenviertel, in den die Menschen am Existensminimum leben.

Obwohl die Weltbank Sambia 2010 als eines der wirtschaftlich am schnellsten wachsenden Länder ausgewiesen hat, ist die Arbeitslosigkeit immer noch sehr hoch und eine Vielzahl der Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze. Trotzdem sind die Einheimischen stets freundlich, haben ein gewinnendes Lächeln und üben große Gastfreundschaft. Um in diesem warmherzigen Land Fuß zu fassen, benötigt man als Gast nur ein wenig Humor, Offenheit und Respekt vor der sambischen Kultur.